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Begriffserklärung Beleuchtung

Der Begriff «Beleuchtung» in der Filmproduktion

Die Ausleuchtung einer Szene ist wesentlicher Bestandteil der Cinematographie und trägt wesentlich zur Atmosphäre eines Filmes bei. Wichtige Komponenten der Beleuchtung sind die Farbtemperatur und die Intensität der Lichtquelle. Entscheidungsträger für die Ausleuchtung ist der Cinematograph. Der Gaffer setzt dieses praktisch am Set um. 

Die Wahl der richtigen Lichtquelle

Zu erst muss entschieden werden, ob man mit natürlichen Lichtquellen, wie beispielsweise der Sonne, praktischen Lichtquellen, wie ausgewählte Lampen, die zusätzlich auch Teil des Set Designs sind, oder zusätzlichen, künstlichen Lichtquellen arbeiten möchte. 

Der Vorteil von praktischem oder künstlichem Licht, ist, dass man es in der Temperatur, Intensität und Ausrichtung steuern kann. Die Nutzung von natürlichem Licht ist hingegen zeit- und kostengünstiger, muss dafür aber auch besonders gut geplant sein. 

Grundprinzip der Ausleuchtung eines Filmsets

Prinzipiell wird jede Szene mit mindestens drei Lichtquellen ausgeleuchtet und wird auch 3-Punkt-Beleuchtung genannt, wobei die drei Lichter ein Dreieck um das Motiv bilden: 

  • Das Hauptlicht, auch Schlüssellicht, oder im Englischen Key Light genannt, ist das wichtigste und meistens auch hellste Licht am Set. Es bildet die Grundlage und wirft erste Schatten. In der Regel fällt es seitlich auf die Gesichter der Schauspieler. 
  • Das Fülllicht, oder Aufhelllicht, im Englischen auch als Fill Light bekannt, steht im Vergleich zum Hauptlicht auf der anderen Seite des Motivs und füllt die Schatten auf, welche dieses verursacht hat. Damit nimmt es dem Bild Kontrast. Es bestimmt den Anteil an Details und den Grad der Dramatik einer Szene
  • Das Backlight hebt das Motiv vom Hintergrund ab und sorgt für Plastizität und Tiefe. Es kann je nach Intensität einen leuchtenden Rand (Halo-Effekt) um das Motiv bilden und lässt das Motiv dadurch dreidimensionaler erscheinen. 

Techniken und Anwendung

Damit eine Szene die gewünschte emotionale Wirkung auf den Zuschauer erzielt, ist es wichtig, dass die Beleuchtung an die zu erziehende Stimmung angepasst ist. Wichtige Elemente sind hier der Kontrast, Schatten und die Ausrichtung der Lichtquelle. 

High-Key- und Low-Key-Beleuchtung 

  • High-Key-Beleuchtung: Sind das Haupt- und Fülllicht besonders intensiv und diffus, entsteht ein relativ helles Bild ohne starke Schatten und Kontraste. Dieses weiche Licht wird vor allem in der Werbung für Beauty-Produkte benutzt, aber auch im Film, beispielsweise in Komödien, um eine fröhliche, positive Stimmung zu generieren. 
  • Low-Key-Beleuchtung: Sind das Haupt- und Fülllicht weniger intensiv, dafür aber das Backlight, entsteht ein Bild mit starken Schatten und erhöhtem Kontrast. Dieses harte Licht kommt vor allem in düsteren Szenen zum Einsatz, um den dramatischen, geheimnisvollen oder ernsten Charakter der Szene zu unterstreichen. 

Motivation des Lichtes

  • Motiviertes Licht ist Licht das eine sichtbare, meist natürliche Lichtquelle (wie die Sonne, der Mond, aber auch Strassenlaternen oder eine Kerze) simuliert oder verstärkt. Hier steht der Realismus im Vordergrund, der jedem Licht, das ein Motiv beleuchtet, einen sichtbaren Ursprung in der Szene verleiht. 
  • Unmotiviertes Licht hingegen hat keine logisch erkenntliche Quelle. Der Fokus liegt auf der Erschaffung einer bestimmten Stimmung und kann dabei unter anderem auch einen surrealen Charakter haben. 

Ein weiterer wichtiger Bestandteil zur Ausleuchtung einer Szene ist die Farbtemperatur. Sie wird in Kelvin gemessen, wobei das Licht mit steigender Kelvinzahl wärmer und mit sinkender kälter wird. 

Fazit zur Beleuchtung 

Schon Jean Cocteau prägte die Nachwelt mit dem Satz: “Cinema is light” - Kino ist Licht. Die Beleuchtung ist eines der wichtigsten Bestanteile einer Filmproduktion. Rein technisch ist sie essenziell auf einem jeden Filmset, man kann mit ihrer Hilfe aber auch über das ausgeleuchtete Bild hinaus Aussagen über die Stimmung treffen. Filmemacher nutzen die Beleuchtung gerne, um ihrem Film emotionale und visuelle Tiefe zu verleihen. All das macht die Bedeutung des Lichts auf einem Filmset unverzichtbar. 

Haben Sie Fragen zur Begriffserklärung Beleuchtung oder suchen Sie nach einem Gaffer? 

Unser professionelles Team steht Ihnen gerne zur Verfügung. Wir helfen gerne weiter unter info(at)aloco(.)ch.

Typ des Begriffes: definition
Sprache des Begriffes (2 Zeichen ISO Code): de
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Über die Autorenschaft des Film und Video Glossars

Dan Riesen, Absolvent der Vancouver Film School VFS in Kanada, begleitet seit 2004 Filmproduktionen und Videoproduktionen in der Schweiz und im Ausland. Er ist CEO, Kameramann, Colorist und Filmproduzent bei der ALOCO GmbH in Bern und sehr bemüht, seinem Fachjargon auch kurze Erklärungen folgen zu lassen.

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Fachbegriffe zur Filmproduktion und Videoproduktion vom Videograf erklärt:

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